Badewannenabfluss reinigen – Schritt für Schritt Anleitung

Ein Abfluss, der langsam verstopft, kündigt sich meistens früh genug an. Das Wasser läuft zögerlicher ab, manchmal riecht es leicht muffig, manchmal beides. Wer in diesem Moment handelt, hat es deutlich leichter als jemand, der wartet bis gar nichts mehr geht.

Die gute Nachricht: Eine vollständige Abflussreinigung ist kein großes Projekt. Mit dem richtigen Vorgehen ist es in den meisten Fällen in zwanzig Minuten erledigt.

Was man vorher wissen sollte

Ein Badewannenabfluss besteht aus mehreren Teilen: dem sichtbaren Sieb oder Stopfen, dem kurzen Rohrstück darunter, und dem Siphon – dem gebogenen Bogen, der direkt unter der Wanne sitzt. Gerüche kommen fast immer aus dem Siphon. Verstopfungen durch Haare sitzen meist oberhalb davon.

Wer das weiß, kann gezielter vorgehen und muss nicht blind irgendwo herumstochern.

Schritt 1 – Sieb oder Stopfen entfernen

Zuerst den Abflussdeckel abnehmen. Bei den meisten Badewannen lässt er sich einfach herausdrehen oder mit einem Schraubenzieher lösen. Manche Modelle haben einen Klick-Stopfen, der sich durch Drücken öffnet.

Darunter sieht man oft schon das erste Haarknäuel. Einmalhandschuhe sind hier keine schlechte Idee.

Schritt 2 – Oberen Bereich säubern

Alles was direkt sichtbar und erreichbar ist, mit den Fingern oder einer Pinzette herausziehen. Nicht schön, aber schnell.

Danach einen langen, schmalen Bürstenaufsatz oder eine Flaschenbürste in das Rohr einführen und einmal auf und ab bewegen. Das löst Seifenreste und kleinere Ablagerungen von den Rohrwandungen.

Schritt 3 – Spirale einsetzen

Für alles was tiefer sitzt, kommt eine Abflussreiniger-Spirale zum Einsatz. Die Spirale wird langsam eingeführt und dabei gleichmäßig gedreht. Haare und Ablagerungen wickeln sich um die Spitze. Dann langsam herausziehen – nicht ruckartig, damit sich der Knäuel nicht löst.

Diesen Schritt ruhig zweimal wiederholen. Beim zweiten Mal kommt meistens noch etwas heraus, auch wenn man beim ersten Mal dachte, es wäre schon alles.

Schritt 4 – Siphon prüfen und spülen

Wenn der Abfluss nach den ersten drei Schritten immer noch nicht frei läuft, oder wenn es riecht, liegt das Problem wahrscheinlich im Siphon.

Bei manchen Badewannen ist der Siphon von unten zugänglich – dann lässt er sich direkt öffnen, reinigen und wieder verschließen. Bei eingebauten Wannen ohne Zugang von unten hilft langsames Eingießen von heißem Wasser, das Fettreste und Seifenablagerungen im Siphon löst. Das braucht etwas Geduld, wirkt aber bei leichteren Fällen gut.

Wer anhaltende Geruchsprobleme hat, auch nach der Reinigung, findet dazu mehr im Artikel über Geruch aus dem Badewannenabfluss.

Schritt 5 – Abschließend nachspülen

Zum Abschluss reichlich heißes Wasser laufen lassen. Das spült letzte Reste durch, und man sieht sofort ob das Wasser jetzt sauber und zügig abläuft.

Sieb wieder einsetzen – fertig.

Wer das alle paar Monate macht, ohne auf eine echte Verstopfung zu warten, hat dauerhaft wenig Arbeit damit. Der Aufwand für präventive Reinigung ist deutlich geringer als für eine echte Notfall-Aktion.