Siphon der Badewanne reinigen – wann und wie?

Der Siphon ist eines dieser Bauteile, die die meisten Menschen nie bewusst wahrnehmen – bis etwas nicht mehr stimmt. Er sitzt direkt unter der Badewanne, meistens unsichtbar hinter der Verkleidung, und hat eine denkbar simple Aufgabe: Er hält durch einen dauerhaften Wasserfilm Gerüche aus dem Abwassersystem zurück. Solange er funktioniert, denkt niemand daran. Sobald er verstopft oder riecht, fragt man sich plötzlich, wie man da überhaupt rankommt.

Woran man merkt, dass der Siphon gereinigt werden muss

Es gibt drei Signale, die ziemlich zuverlässig auf den Siphon hinweisen:

Das Wasser läuft spürbar langsamer ab als früher, obwohl der sichtbare Abflussbereich sauber ist. Das deutet darauf hin, dass die Verstopfung tiefer sitzt – also im Siphonbogen selbst, wo sich Haare, Seifenreste und Kalk über Monate ansammeln können.

Es riecht muffig oder faulig aus dem Abfluss, auch nach gründlicher Oberflächenreinigung. Ablagerungen im Siphon werden von Bakterien abgebaut, und genau das erzeugt den Geruch. Mehr dazu, warum das passiert und was dagegen hilft, steht im Artikel über den stinkenden Badewannenabfluss.

Die Wanne wurde längere Zeit nicht benutzt, und beim ersten Wasserlaufen riecht es kurz unangenehm. Das ist der einfachste Fall – der Wasserfilm im Siphon ist ausgetrocknet, und Abwassergerüche steigen auf. Hier reicht meistens einmal Wasser laufen lassen.

Wie man den Siphon reinigt – je nach Zugänglichkeit

Ob und wie gut man an den Siphon herankommt, hängt von der Badewanne ab. Bei freistehenden Wannen oder solchen mit einer abnehmbaren Seitenverkleidung ist der Zugang meist kein Problem. Bei fest eingebauten Wannen ohne Revisionsöffnung geht es nur von oben – also durch den Abfluss selbst.

Von oben, ohne direkten Zugang: Hier ist eine flexible Abflussreiniger-Spirale das wirksamste Werkzeug. Sie ist lang genug, um den Siphonbogen zu erreichen, und flexibel genug, um um die Kurve zu kommen. Spirale einführen, drehen, Ablagerungen lösen und herausziehen. Danach mit reichlich heißem Wasser nachspülen.

Ergänzend kann man Natron in den Abfluss geben, Essig dazu, kurz schäumen lassen und dann mit heißem Wasser durchspülen. Das löst Fettreste und hinterlässt den Siphon deutlich frischer.

Mit direktem Zugang von unten: Wenn man an das Rohrstück herankommt, lässt sich der Siphon bei den meisten Modellen mit einer Rohrzange öffnen. Den Wasserinhalt vorher in einem Eimer auffangen – das ist meistens nicht besonders angenehm. Dann Innenwandungen mit einer Flaschenbürste reinigen, alles sauber abwischen, wieder zusammensetzen und dicht prüfen.

Wie oft ist eine Siphonreinigung sinnvoll

Als Faustregel gilt: einmal im Jahr gründlich durchspülen, auch wenn kein akutes Problem besteht. Wer viele Haare verliert oder die Wanne intensiv nutzt, sollte das eher alle sechs Monate tun.

Wer präventiv denkt, kombiniert das mit einem Abflusssieb – dann gelangt deutlich weniger Material in den Siphon, und die Reinigungsintervalle verlängern sich von alleine.